Falsche Handwerker und Haustürbetrüger: Wachsamkeit schützt vor Schaden

Ob angebliche HandwerkerInnen, Mitarbeitende eines Energieversorgers, vermeintliche ServicetechnikerInnen, DienstleisterInnen oder falsche Mitarbeitende von Hilfsorganisationen – BetrügerInnen nutzen immer wieder das Vertrauen von BürgerInnen aus, um sich Zutritt zu Wohnungen und Häusern zu verschaffen. Deshalb ist es ratsam, bei unangekündigten Besuchen an der Haustür besonders aufmerksam zu sein. 

Die TäterInnen treten häufig freundlich und kompetent auf. Sie behaupten beispielsweise, Wasserleitungen überprüfen, den Stromzähler ablesen oder dringende Reparaturen durchführen zu müssen. In manchen Fällen lenkt eine Person die BewohnerInnen ab, während eine zweite unbemerkt nach Bargeld, Schmuck oder anderen Wertgegenständen sucht. Andere versuchen, Verträge unter Druck abzuschließen oder sensible persönliche Daten zu erhalten.  

„Reisende Handwerker“ 

Auch „reisende Handwerker“, die spontan an der Haustür überteuerte Dienstleistungen rund um Haus und Garten anbieten, kommen aktuell vermehrt vor. Bei diesen spontan angebotenen Handwerkerleistungen rund um Haus und Hof handelt es sich oft um Dach-, Fassaden-, Pflaster- und Reinigungsarbeiten oder um Grünholzbeschneidung. Die unmittelbar begonnenen Dienstleistungen dienen allerdings oft nur als Täuschung und werden nicht beendet oder nur unprofessionell ausgeführt. Die Bezahlung wird dann trotzdem vehement gefordert oder das Geld muss bereits im Vorfeld entrichtet werden. 

„Seriöse Handwerksbetriebe und Versorgungsunternehmen kündigen Termine in der Regel an oder können sich eindeutig ausweisen. Lassen Sie sich nicht unter Zeitdruck setzen und prüfen Sie sorgfältig, wer vor Ihrer Tür steht“, empfiehlt das Netzwerk „Zuhause sicher“. 

Vorsicht vor dem „Kettentrick“ 

Nicht unbedingt an der Haustür, sondern eher auf der Straße findet der sogenannte „Kettentrick“ statt, den die Polizei Paderborn aktuell verstärkt registriert.  
Der Kettentrick (auch Goldketten-Betrugsmasche genannt) ist eine perfide Form des Trickdiebstahls, bei der Kriminelle den hochwertigen echten Schmuck ihrer Opfer unbemerkt durch wertlosen Modeschmuck ersetzen, während dieser am Körper getragen wird. Die TäterInnen sprechen ihr Opfer auf offener Straße, auf Parkplätzen oder direkt aus einem langsam fahrenden Auto heraus an. Meist bitten sie extrem höflich um eine harmlose Auskunft, wie etwa eine Wegbeschreibung zum nächsten Krankenhaus. Hat das Opfer geholfen, täuschen die Kriminellen eine überschwängliche, oft emotionale Dankbarkeit vor. Um sich zu "bedanken", drängen sie dem Helfer billigen, glänzenden Modeschmuck auf. Unter dem Vorwand, dem Opfer das Schmuckstück als Geschenk direkt um den Hals zu legen oder einen Ring anzustecken, stellen die TäterInnen engen Körperkontakt her. Während sie den wertlosen Modeschmuck umlegen, öffnen oder entwenden sie mit flinken Fingern blitzschnell die echte Goldkette oder das Armband des Opfers. 

So schützen Sie sich: 

  • Öffnen Sie die Haustür nur mit vorgelegter Türsperre oder über eine Gegensprechanlage. 
  • Lassen Sie sich Dienstausweise zeigen und prüfen Sie diese in Ruhe. 
  • Rufen Sie im Zweifel selbst bei dem angegebenen Unternehmen oder der Hausverwaltung an – nutzen Sie dabei eine Ihnen bekannte Telefonnummer, nicht die Nummer, die Ihnen genannt wird. 
  • Lassen Sie keine unbekannten Personen in Ihre Wohnung, wenn Sie keinen Termin vereinbart haben. 
  • Unterschreiben Sie an der Haustür keine Verträge und lassen Sie sich nicht zu schnellen Entscheidungen drängen. 
  • Lassen Sie sich auf der Straße nicht überrumpeln oder bedrängen. Vorsicht vor übertriebenem Körperkontakt. 
  • Ziehen Sie Angehörige, Nachbarn oder andere Vertrauenspersonen hinzu, wenn Ihnen eine Situation merkwürdig erscheint. 

Unterstützung anbieten 

Besonders ältere Menschen werden häufig gezielt angesprochen. Deshalb empfiehlt es sich, auch mit Angehörigen und Nachbarn regelmäßig über aktuelle Betrugsmaschen zu sprechen und bei Unsicherheiten Unterstützung anzubieten.  

Bei Verdacht oder Tat: 110 wählen 

Wer den Verdacht hat, Opfer eines Betrugsversuchs geworden zu sein oder eine verdächtige Person im Wohnumfeld bemerkt, sollte sich umgehend an die Polizei wenden. Wer bereits bestohlen wurde oder sich bedroht fühlt, sollte sofort den Polizeinotruf 110 wählen. 

Weitere Informationen erhalten Interessierte bei den kriminalpolizeilichen Beratungsstellen sowie beim Netzwerk „Zuhause sicher“: www.zuhause-sicher.de 

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Das Netzwerk „Zuhause sicher“ 

Seit über 20 Jahren vernetzt der gemeinnützige Netzwerk Zuhause sicher e. V. Institutionen aus Polizei, Fachhandwerk, Industrie und Versicherungswirtschaft. Das gemeinsame Ziel aller Partner: Die Verbesserung des Einbruch- und Brandschutzes. Im Zentrum der Bemühungen steht die Sensibilisierung der BürgerInnen für Einbruch- und Brandprävention, die Montage von geprüfter Sicherungstechnik gemäß der polizeilichen Empfehlungspraxis und die Ausstattung der Haushalte mit geprüften Rauchmeldern.      

Das Netzwerk „Zuhause sicher“ stellt eine bundesweit einmalige Kooperation dar. Es harmonisiert Beratungsinhalte, vernetzt Fachkompetenzen und kann damit MieterInnen und EigentümerInnen eine qualifizierte Begleitung auf dem Weg zum sicheren Zuhause anbieten. Dieser Weg kann mit der Präventionsplakette abgeschlossen werden, die das besondere Engagement um die Sicherheit zuhause auszeichnen möchte.      

Für sein bürgerorientiertes Engagement trifft das Netzwerk „Zuhause sicher“ auf große Resonanz und Anerkennung. So wurde die Kooperation als Bestleistung im Rahmen der Kampagne „Germany at its best“ ausgezeichnet und erhielt sowohl das Diplom des European Public Sector Award als auch den Landespreis für Innere Sicherheit. Weitere Informationen zum Netzwerk „Zuhause sicher“ unter www.zuhause-sicher.de

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